Tourengruppe
Aktive
Tourenstatus
Durchgeführt
Datum
3.4.2021 [Sa.]
Anmeldung ab
01.01.2021
Anmeldeschluss
24.03.2021
TourenleiterIn
Urban Wyser
Tourencode
S/A/ZS+
Beschreibung

Balmhorn speditiv - eintägig rassig von Kandersteg aufs Balmhorn. 2500 Hm. Angestrebtes Aufstiegstempo: rund 550 Hm/h (weit weg vom Renn-Tempo).

Zusatztext

So soll's sein:
speditiv, rassig, plauschig, nah am Limit (konditionell), mit Reserven (Sicherheit), vernünftig

So soll's nicht sein:
stressig, verbissen, Geseckel, Gejuffel, Druck, nicht am und schon gar nicht überm Limit, Kaffeekränzchen aber auch nicht, übertrieben

Für diese Tour müssen die Verhältnisse passen; Verschiebedatum So 18.4.

Aufstieg zunächst bis rund Sunnbüel 1900 zu Fuss (Portage). Runter dann je nach Lust und Laune auch per Seilbahn.
Vor zwei Jahren haben die Verhältnisse leider nicht gepasst, letztes Jahr wären die Verhältnisse super gewesen, aber das kleine ärgerliche Virus hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher hier nun ein neuer & letzter Versuch.

Fahrplan
Thun ab ca 05:00
Treffpunkt
Thun Bhf
Verkehrsmittel
PW
Reisekosten
Fahrkosten, rund 10.-
Rückreise (geplant)
Nachmittag
Ausrüstung
Skitourenausrüstung komplett (Ski, Schuhe, Stöcke, Felle, Harscheisen) Ich selber habe keine Renn-Ausrüstung.- LVS, Sonde, Schaufel- genügend Getränk- genügend Energi- Steigeisen & Pickel je nach Verhältnisse- Rucksack (zum Ski tragen)
Karten
LK 1267 Gemmi (25er); LK 263S Wildstrubel (50er)
Zeitrahmen
Aufstieg rund 5h
Höhendifferenz
2500 Hm
Verpflegung
aus Rücksack
Kosten
Teilnehmerbeitrag

Balmhorn

Autor
Urban Wyser
Erstellt am
03.04.2021 21:58
Letzte Änderung
03.04.2021 22:02
Tourenbericht
Teilnehmer: Vanda Sutovska, Alain Portmann Für die ambitionierte Tour von Kandersteg aufs Balmhorn (3699m, 2500Hm) waren zunächst drei Teilnehmer vorgesehen, nach einer kurzfristigen Absage waren’s dann halt nur noch zwei. Nach tage-, ja schon fast wochen-langem, fast sommerlichem Wetter mit klaren Nächten war für den Tourentag einerseits eine deutliche Abkühlung angesagt, andererseits Bewölkung mit etwas Niederschlag in der Nacht – so dass keine grosse Abstrahlung zu erwarten war. So war das Bestimmen der Start-Zeit beinahe die grösste Herausforderung der Vorbereitung… Schlussendlich sind wir zu dritt um 06:40 in Kandersteg losgezogen, leicht bewölkt, aber trocken, mit zügigem Tempo aber nicht übertrieben schnell, dem Wanderweg Richtung Sunnbüel folgend. Bis gegen 1500 war Skitragen angesagt, anschliessend folgten wir der alten Skipiste. Erste Pause bei der alten Sesselstation, Abfellen und eine erste Abfahrt in den Talboden der Spittelmatte (2x 60Hm extra…). Von der Spittelmatte bogen wir ins Tal vom Schwarzgletscher ein, und schon bald tauchten wir in die zuvor nicht weiter störende Bewölkung ein. Aufgrund des mittlerweile gut durchgefrorenen Schnees, der zahlreichen tiefen Spuren der Vortage und der einfachen Routenführung («man folge dem Tal…») stellte auch der Nebel kein grösseres Hindernis dar. Auf rund 2400 liefen wir den ersten Tourengehern der ersten Seilbahn hinten auf und entronnen dem Nebel (drüber einzelne Wölkchen, die aber schon bald einem Grand Beau Platz machten), was die Varianten-Entscheidung (Aufstieg über Zackengrat oder durch die W-Flanke) erleichterte. Ich entschied mich für die m.E. speditivere und vor allem windgeschütztere Variante (angesagte Bise!) durch die Flanke (sau kalt war es trotzdem…). Bei der markanten Tal-Ecke dann grosses Staunen meinerseits: Wahnsinnig, wie wenig Schnee in diesem Kessel liegt anfangs April und wie krass – und zwar wirklich krass! – sich der Gletscher rar gemacht hat seit meinem Besuch vor ganz wenigen Jahren! Alain war mit dem Split-Board unterwegs, so schnallten wir schon rel. früh auf ca. 3100 die Steigeisen an. Es zeigte sich leider rasch, zum Glück noch in mässig steilem Gelände, dass die Kombination Steigeisen-Softboot nicht sehr viel taugt (es soll mir eine Lehre sein!). Nach kurzer Diskussion, mit Blick auf Alains Solo-Touren-Erfahrung (!), das Gelände, die Schneeverhältnisse und das Wetter, einigten wir uns darauf, dass er vernünftigerweise die Abfahrt antreten werde. So stiegen wir noch zu zweit die sich aufsteilende Flanke empor Richtung Vorgipfel, das letzte Stück wiederum mit den Skiern an den Füssen. Auf dem Vorgipfel nochmals grossen Staunen meinerseits: Die Schneekuppe, die bei allen meinen bisherigen Besuchen (Sommer und Winter) das Gipfelkreuz deutlich überragte, ist weggeschmolzen! Das letzte Stück zum Gipfel ist dann ein Katzensprung und so stehen wir 6h nach dem Start auf dem Gipfel – Bravo Vanda (und Alain)! Dies bei fast windstill, blauem Himmel und hübschen Nebelmeer über den Berner Voralpen. Für die Abfahrt wählten wir den selben Weg zurück. Noch mehr als beim Aufstieg (da hatten wir die Eisen an den Füssen…) gilt hier: Ausrutschen absolut verboten! Ganz zu oberst war der Schnee zwar griffig, aber doch ziemlich hart – also anspruchsvoll. Immerhin kamen wir dann bald in sonnigere Expositionen und tiefere Lagen, so dass der Schnee schon genügend aufgesulzt war. Aber erst auf ca. 3300, nach dem richtig steilen Stück, kam so richtiger Fahrspass auf. An sich bietet die Abfahrt über den Schwarzgletscher eine tolle Abfahrt bei häufig tollem Sulz (wenn man es richtig erwischt). Aufgrund der hohen Temperaturen der Vortage, der zahlreichen Tourengeher und dem daraus resultierendem «Acker» war der Fahrspass aber doch recht reduziert. Bereits bei der Abfahrt sahen wir, dass der Nebel im Tal aufgestiegen war, und so tauchten wir bei ca. 2900 in denselben ein. Bereits wie am Morgen halfen die klare Routenführung im Talboden und die nun netterweise vorhandenen zahlreichen Spuren, den Rückweg auch ohne GPS zu finden. Allerdings sehr schade war, dass hier nun der Schnee eigentlich geradezu perfekt gewesen wäre und die Neigung ein sorglosen Cruisen zulassen würde – aber eben… Der Nebel lullte uns bis zur Spittelmatte und mit dem Gegenaufstieg bis zur Seilbahnstation ein; so war auch die Frage nach Ski-Abfahrt/Fuss-Abstieg oder Bähnli sehr schnell zugunsten von Zweiterem entscheiden. Urbi Wyser - Tourenleiter

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