Bericht zur Tour
Autor
Bernhard Flühmann
Erstellt am
26.09.2025 21:13
Letzte Änderung
26.09.2025 21:13
Tourenbericht

Am Samstagmorgen trudelt die Gruppe in Visp vor dem Postauto ein, zu einer sehr humanen Zeit, schliesslich steht heute nur der Hüttenaufstieg zur Britanniahütte an. Zu siebt starten wir bei der Staumauer am Mattmarksee bei wunderbarem Sommerwetter. Die einen laufen bereits so schnell wie die Gämsen los, die anderen starten gemütlich. Zeit haben wir genug, so testen wir unterhalb der Hütte auf dem Gletscher unser Material und machen eine Hauptprobe für den Aufstieg am Folgetag.

Am Abend stösst unsere zweite Tourenleiterin Brigitte dazu, nun sind wir komplett zu acht. Nach dem feinen Znacht und gemütlichem Schwatz gehen wir doch alle früh schlafen, denn die geplante Frühstückszeit für 4 Uhr ist nicht mehr so ganz human. Aber schliesslich sind wir alle motiviert, früh zu starten um sicher noch vor dem Mittag auf dem Allalin zu stehen. So gehen wir nach dem Frühstück gegen 5 Uhr los, nachdem alle ihr Material gefunden haben bzw. das Verlorene bei den netten Hüttenbetreuerinnen ausleihen konnten.

Beni hat die Route so geplant, dass wir im unteren Teil zuerst einen Bogen über den Gletscher machen und erst weiter oben auf den Hohlaubgrat einbiegen. In der Finsternis turnen wir uns im Stirnlampenlicht über das verblockte Gelände. Doch schnell erscheint das Morgenrot am Himmel, wir erreichen den Gletscher und können unsere Steigeisen montieren. Das Wetter und die Stimmung sind fantastisch! Da weiss man wieder, warum man früh aufsteht.

Weiter geht’s über das teilweise blanke Eis und danach das steile Schneefeld hoch auf den Grat. Hier finden wir einen idealen Znüniplatz. Das Allalinhorn scheint nun vor uns nahe, unterhalb des Gipfels sehen wir unsere bevorstehende Herausforderung mit dem Felsband. Frisch gestärkt erreichen wir nach dem Marsch durch den Schnee den Fels. Früh aufstehen hat sich gelohnt, wir waren die Ersten am Fels, hinter uns treffen weitere Gruppen ein und müssen warten. Wir entscheiden uns, mit den Steigeisen zu klettern. Idealerweise hängt sogar eine Kette, in welcher wir Exen als Zwischensicherung nutzen. So klettern wir in Zweiergruppen den Fels hoch, und weiter oben kraxeln wir über die letzten Felspartien. Und schon stehen wir nach dem fünfstündigen Aufstieg auf dem letzten Grat und sehen das Gipfelkreuz vor uns. Fürs Gipfelfoto muss man bereits Schlange stehen, die Gipfelstürmer von der direkten Route vom Mittelallalin sind natürlich nun auch alle da.

Nach dem verdienten Zmittag auf dem Gipfelgrat bei überwältigender Aussicht geht’s nun auf der Normalroute zügig bergab zur Station Mittelallalin. Auf der Terrasse geniessen wir durstig die erfrischenden Getränke und stossen auf die wunderschöne Tour an. Mit der Metro und Gondel sind wir ruckzuck unten in Saas Fee und reisen zusammen noch Richtung Berner Oberland. Vielen Dank, Beni, für die Organisation und Brigitte für die Begleitung und allen für die tolle Tour!

Gabriela Tschanz