Bericht zur Tour
Autor
Selina Adam
Erstellt am
31.12.2025 12:45
Letzte Änderung
31.12.2025 13:49
Tourenbericht

Urbi hatte für uns eine schöne Berner Oberländer Tour aufs Rengghorn geplant, aber der Schnee spielte nicht mit. Deshalb trafen wir uns am 30.12.25 ein paar Minuten früher am Bahnhof Thun, um den Zug ins Wallis nicht zu verpassen. Unser neues Ziel: das Simploner Breithorn. Eine würdige Ersatztour mit leichtem Schwierigkeitsgrad Downgrade und ein paar Höhenmetern Upgrade.
Beim Hospiz angekommen, mussten wir nach einer kurzen Toilettenpause so schnell wie möglich loslaufen, um nicht schon auszukühlen. Die Motivation für die ersten Höhenmeter in der Kälte sind bestimmt den Wiehnachts-Güetzli von Tourenleiter Urbi und Babs zu verdanken.
Der Wind pfiff uns um die Ohren und ein motivierter Snow-Kiter machte die ersten Spitzkehren unsicher. Die warme Kleiderschicht zogen wir später aus als geplant. Zum Glück waren unsere Muskeln dann doch schon etwas aufgewärmt, als eine sehr Schnee-kritische Stelle an einem abschüssigeren Hang nahte und wir uns vorsichtig einen Weg übers Geröll bahnen mussten. Jeder behielt die Bedenken, wie wir da später dann zurückfahren sollten, für sich. Bald darauf waren die Windfahne unseres Gipfelziels und ein sonniger Pausenplatz in Sichtweite. Mit neuen Elan spurte Urbi den Weg durch die schneearmen Hänge. Die unzähligen Steine blendeten wir weiterhin erfolgreich aus, das war ein Problem für später. Wir hatten uns alle auf ein Bergerlebnis gefreut ohne Anspruch auf gute Abfahrtsbedingungen. Urbis fachkundige Zwischeninputs, sonniges Wetter, umwerfende Panorama-Aussicht und eine zweite Runde Wiehnachts-Güetzli hielt unsere Laune hoch. Nach der Pause zog sich der Abschnitt über den Homattugletscher gemütlich und doch etwas länger als erwartet dahin. Oben im Breithornsattel angekommen, wurden wir zur Belohnung fast weggeweht von den gefühlt 100kmh Windböen. An den Nasenspitzen bildeten sich schon kleine Eiszapfen. Zügig wurden die Schlauchschals hochgezogen und der verbleibende Weg zum Gipfel in Angriff genommen. Ganz überrascht landeten wir auf den letzten Metern bei einem Skidepot. Tourenleiter Urbi klärte uns auf, dass er noch nie so wenig Schnee vorgefunden hatte, dass der Gipfel nicht mit Skis erreichbar war - auch nicht im Dezember der Vorjahre. Jänu, immerhin war das Depot schön windgeschützt und wir stapften voller Freude in den Skischuhen zum Gipfelkreuz. Oben erwartete uns ein herrlicher Ausblick und es war sogar windstill. So hatten wir Zeit für Selfies und Gipfelkunde vom Rhonegletscher übers Bietschorn und bis zum Monte Rosa (alles konnte ich mir leider nicht merken:)). Was natürlich auch nicht fehlte: dritte Runde Wiehnachts-Güetzli von Urbi und Babs!
Dann kam die Abfahrt. Und diese war soo viel besser als erwartet! Einige kleine Steinchen hat wohl jeder erwischt, aber wie Urbi meinte: die Skis sind zum brauchen da. Wir fanden überall geeignete Hänge, der Tiefschnee war so tief, dass wir sogar ein Paar Skis nach einem kleinen Sturz richtig ausgraben mussten. Bei der einen Geröllstelle, die uns beim Aufstieg Sorgen bereitet hatte, musste man für wenige Meter die Skis tragen. Danach gings aber schwups weiter. Freudig schwangen wir unsere Kurven bis ganz zuunterst. Am Hospiz angekommen liess der nächste Bus noch etwas auf sich warten. Urbi organisierte uns zwei Tische in der Bar, wo wir eine Runde Cappuccino genossen mit den allerletzten Wiehnachts-Güetzlis.
War für ein wunderbarer und lohnender Tag!