Mit Privatautos fahren wir am Montagmorgen um 6.30 Uhr los, unser Ziel ist Gletsch im Wallis. Wir freuen uns auf zwei abwechslungsreiche Klettertage.
Die Fahrt über den Grimselpass fasziniert immer wieder. Die engen Serpentinen und die mächtigen, vom Eis glatt geschliffenen Felswände, sind einmalig.
In Gletsch angekommen, empfängt uns angenehme Kühle. Ohne Morgenkaffee, die Gartenwirtschaft hat noch geschlossen, machen wir uns auf den Weg zu den Felsen im Sektor Gletsch. Peter hat dieses Gebiet im griffigen Gneis zum Warmlaufen für den nächsten Tag ausgewählt.
Das Rauschen der milchig weissschäumenden jungen Rhone begleitet uns auf dem Weg durch das wunderschöne Auengebiet. Durch licht stehende Lärchen führt uns Peter zu den sehr gut abgesicherten Kletterrouten.
Peter und Beat, Ursula und Eberhard, Urs und Rosmarie, Rebekka und ich bilden je ein Team. Wir klettern im unteren Gebiet (in den Seillängen mit den lustigen Namen wie zum Block, KiBe, Fluchtweg, Wespenstich, gelbs Plättli, rächts umi … ).
Wie von Peter in der Ausschreibung angekündigt, sind die Felsen ein Tummelplatz par excellence.
Während uns langsam die Puste ausgeht, packt Rebekka noch einmal der Ehrgeiz. Sie meistert die Route „Supersaxo“ und versucht sich zum Abschluss im Toprope an den ersten Metern von „fertig Plaisir“. Bravo! Ich für meinen Teil bin froh, dass ich nur sichern muss.
Bevor wir zurück nach Gletsch aufbrechen, zeigt uns Peter wie Keile und Cams in Risse gelegt werden, dies als Vorbereitung für den nächsten Klettertag. Nach einem erfrischenden Getränk in der Gartenwirtschaft fahren wir über den Furkapass zum Hotel Tiefenbach.
Wir sind bestens untergebracht und essen hervorragend.
Am Dienstag fahren wir nach dem feinen Frühstück wieder über den Furkapass. Oberhalb des Hotels Belvedere (Pkt.2385 m) startet der Bergweg. Unterwegs zu den Platten des Chli Furkahorns steht am Wegrand ein kleines Zelt, 2 Paar Schuhe stehen davor und neben einem Kocher, echt schweizerisch, eine Dose Aromat.
Kurz darauf öffnet sich der Blick auf den Rhonegletscher. Der Anblick des schwindenden Eises stimmt traurig. Wo früher Eis lag und zahlreiche Touristen den imposanten Gletscherabbruch bestaunen konnten, hat sich ein Gletschersee gebildet.
Über Blockgelände erreichen wir die Einstiege an der Westplatte, die noch im kühlen Schatten liegen. Wir teilen uns auf, Rebekka und ich steigen in die Route "Kreuzbandweg" und die andern haben die Route Westplatten(luz) gewählt.
Wir alle sind vom griffigen feinkörnigen Granit begeistert. Die 14-15 Seillängen bieten Freude pur - die Reibung unter den Füssen ist fantastisch.
Lustig ist, dass wir uns alle immer im Blick haben.
Beim oberen Ausstiegsband angelangt bin ich aber froh, die Kletterfinken ausziehen zu können. Diese vielen Seillängen waren so cool und abwechslungsreich und haben uns alle begeistert. Es hat Spass gemacht im Team zu klettern. Zufrieden und glücklich schauen wir in die Runde, picknicken etwas und lassen die Tour Revue passieren, bevor wir über Wegspuren absteigen.
Danke Peter für die zwei schönen unvergesslichen Tage, es ist immer eine Freude, mit dir unterwegs zu sein.
Und allen ein Merci für die gute und fröhliche Stimmung untereinander.
Ruedi Roth

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