Bericht zur Tour
Autor
Stefanie Fuhrer
Erstellt am
01.10.2026 20:17
Letzte Änderung
01.10.2026 20:17
Tourenbericht

Schon frühzeitig habe ich mich für die Dreitageswanderung über den Schwyzer Höhenweg angemeldet und dann dies: Etwa zehn Tage vor dem Start bekomme ich ohne äussere Einwirkung an einem Knie so starke Schmerzen, dass ich kaum mehr gehen kann. Ein Arztbesuch bringt keine Klärung. Nach zwei Tagen mit Antientzündungs- und Schmerzmittel geht es besser, ist aber noch nicht gut. So entschliesse ich mich, etwas zu schonen und erst am zweiten Wandertag zu starten.
So starten die anderen vier und die Tourenleiterin Stefanie Fuhrer am Donnerstag in Arth Goldau (510 m) die Wanderung bei bedecktem Himmel, aber trocken und immer besser werdendem Wetter, den Aufstieg auf der Bergsturzspur auf den Gnipen (1567 m) und von dort auf den Wildspitz. Nach vier Stunden Aufstieg werden sie im Berggasthaus Wildspitz gut bewirtet. Die Übernachtung ist etwas eng und nach diesem heissen Sommer ist die Quelle, die das Berggasthaus versorgt, ausgetrocknet.
Der Freitag beginnt bedeckt und kühl. Im Laufe des Tages wird es dann schöner und immer wärmer. Nach der Übernachtung auf dem Gipfel muss zuerst bis auf den Sattel (778 m) abgestiegen werden, wohin ich dann am Freitag anreise. Auf der anderen Seite hinauf geht es mit den Drehgondeln der Hochstucklibahn auf den Mostelberg (1174 m). Mit Auf und Ab auf breiten Wegen und auch Fahrstrassen erreichen wir nun zu sechst die hübsche Kapelle auf der Haggenegg, wo wir schön und gemütlich Mittagsrast machen. Auf schmalen Wegen geht es jetzt hinter den beiden Mythen hindurch. Auf der Alp Zwüschetmythen sehen wir sogar noch ganz aus der Nähe eine Gämse, die sich durch uns nicht aus der Ruhe bringen lässt, obwohl Jagdzeit ist. Schon bald kommen wir auf die Holzegg (1405 m), wo wir übernachten. In etwa fünf Stunden Marschzeit haben wir 610 m Auf- und 1160 m Abstieg bewältigt.
Auf die Holzegg führt auch eine Seilbahn von Brunni im Alpthal her. Bei deren Bergstation ist ein Hotel, wir übernachten aber nicht dort, sondern einige Minuten weiter in der Skihütte. Dies ist ein gemütliches altes Haus, hat aber moderne Sanitärräume und trotz der Lage auf dem Pass anscheinend keine Probleme mit dem Wasser. Nacht- und Morgenessen sind ausgezeichnet und reichlich. Wir schlafen in zwei Räumen in Etagenbetten, wobei alle ein bequemeres unteres Bett benutzen können.
Auf der Holzegg beginnt der Weg auf den grossen Mythen, das Wahrzeichen von Schwyz. Er sieht von hier sehr schroff aus. Die fünfhundert Höhenmeter können auf dem ausgebauten Weg aber einigermassen einfach bewältigt werden. Auf dem Gipfel hat es sogar ein Restaurant. Wir besteigen den grossen Mythen nicht, wir hätten sonst einen Zusatztag benötigt.
Am Samstag gehen wir dann über den langen Grat zwischen Alpthal und Hoch-Ybrig mit viel Auf und Ab. Das Wetter ist den ganzen Tag wolkenlos und warm. Den höchsten Punkt der drei Tage erreichen wir auf dem Furggelenstock mit 1656 m. Wir haben eine schöne Rundsicht auf die Innerschweizer- und Glarner Alpen, auch den Säntis und den Mönch sehen wir. Später auf dem Gschwändstock (1601 m) erreichen wir den geographischen Mittelpunkt des Kantons Schwyz. Wir wandern auf schmalen und wenig begangenen Wegen, einmal steinig, dann wurzlig oder grasig. In einem normalen Jahr wären lange Strecken sumpfig, nach diesem Sommer ist es fast überall trocken. Am Schluss sind wir im Einsiedeln (880 m). Wir sehen das Kloster am anderen Ende des Dorfes aber nicht. In etwa sechs Stunden Marschzeit bewältigen wir 740 m Auf- und 1300 m Abstieg. Vor der Heimreise kehren wir beim Bahnhof noch ein, wie es sich gehört. Mein Knie schmerzt zwar etwas, hat aber diesen Stresstest ganz ordentlich bestanden.
Vielen Dank an Stefanie Fuhrer für die schöne Tour in einer wenig bekannten Gegend!

Thomas Rüdiger, Landquart